Advent:
Zeit der Erwartung
Advent: Zeit der Erwartung,
doch: können wir es denn noch erwarten?
Advent: Zeit der Erwartung, Zeit des Wartens,
doch: sind wir wirklich noch er-wartungsvoll?
Erwarten wir tatsächlich
noch etwas,
vom Leben, von uns und anderen, und auch von Gott?
Erwarten wir noch etwas, trotz unserer Angst
unsere Erwartungen könnten enttäuscht werden?
Richten wir doch unseren
erwartungsvollen Blick
auf die Erwartungen Gottes mit dieser Welt, ein Blick,
der nicht nur sehnsuchtsvoll in eine ferne Zukunft starrt,
sondern den Himmel auf der Erde sucht;
Gott schenke uns ein Warten,
das die Gegenwart, den Augenblick sieht,
der von der verheißenen Zukunft Gottes mit dieser Welt
erleuchtet wird, erleuchtet von den Kerzen des Advent.
Dieses Warten ist mehr
als ein Ausharren in einer dunklen Welt,
so als ob sie nicht schon erleuchtet worden wäre vom Stern von
Bethlehem,
vom Licht das auf den Stall weist, auf die Gegenwart Gottes mitten
in Armut und Kälte,
in einem von einer Weltmacht besetzten, friedlosen Land, einer scheinbar
so unerlösten Welt.
Ich glaube, wir haben oft
keine Zeit mehr zu warten.
Wir erwarten Nachrichten,
die wie Emails innerhalb von Sekunden ankommen,
oder im Flugzeug innerhalb von wenigen Stunden tausende Kilometer
zurücklegen.
Doch die Nachricht von
Gottes Ankommen auf dieser Welt,
und die Erwartung, dass seine Gegenwart diese Welt erfüllt,
sie ist keine Sache von Sekunden oder Stunden.
Sie will unser ganzes Leben bestimmen und erfüllen.
Und das wird ein Warten
sein, das nicht vergeblich bleiben wird.
Tanja
Schultheiß
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