Am
dritten Tage auferstanden von den Toten
"Christus
ist auferstanden." Dieser Satz steht im Zentrum des christlichen
Bekenntnisses. Der gekreuzigte, gestorbene, in das Reich des Todes
hinabgestiegene Christus ist auferstanden. Im letzten Abschnitt haben
wir die größtmögliche Hoffnungslosigkeit, den von
Gott verlassenen Christus, seine Höllenfahrt kennengelernt. Er
ist in die Hoffnungslosigkeit hinabgestiegen und hat dadurch den Hoffnungslosen
in der Dunkelheit des Todes Hoffnung gegeben. Jetzt ist er dem Tod
entrissen. Christus ist auferstanden.
Die Auferstehung
Jesu ist biblisch gut belegt. Am Ende jedes Evangeliums finden sich
unterschiedliche Berichte von Begegnungen mit dem Auferstandenen. Sie
alle legen Zeugnis von diesem großen Ereignis ab. Auch Paulus,
dessen Briefe wohl die ältesten Texte des Neuen Testaments sind,
bezeugt schon die Auferstehung. Er schreibt ausdrücklich, dass
der Herr auferstanden ist, und dass er dem Petrus und den anderen Jüngern
erschienen ist. Darüber hinaus setzt die im Neuen Testament an
vielen Stellen ausgedrückte Hoffnung auf die Wiederkunft des Herrn
die Auferstehung voraus. Biblisch stehen wir also auf sicherem Grund.
Dazu kommt: Nur ein Ereignis wie die Auferstehung konnte die zerstreute,
verängstigte Gruppe der Jünger in die Kirche verwandeln, als
Gemeinschaft derer, die an Christus glauben. Denken wir nur an Petrus,
der den Herrn verleugnete. Es braucht wohl schon einiges, um so jemanden
zum furchtlosen Künder Christi zu machen, der für unseren
Herrn sein Leben riskiert. Ohne die Auferstehung hätte es das Christentum
wohl nie gegeben.
Nun ist die
Auferstehung mehr als ein bloßes historisches Ereignis. Es ist
ein Ereignis, das die Welt verändert. Zum ersten Mal wurde der
Tod besiegt. Der Tote kehrt aus dem Grab zurück.. Nicht, um neu
zu sterben - wie Lazarus im Johannesevangelium -, sondern um nicht mehr
zu sterben. Einerseits in seinem Leib mit seinen Wunden, aber doch in
einem verwandelten Leib, in dem ihn seine Jünger nicht immer sofort
erkennen. Ein Leib, in dem er durch die geschlossenen Türen hereingeht.
Etwas Neues hat mit ihm begonnen, ein neues Leben. Nach der christlichen
Überzeugung ist dieser Sieg über den Tod kein Einzelfall.
Es ist der erste Sieg des Lebens, der aber schon die endgültige
Niederlage des Todes bedeutet, denn dessen Untergang steht schon fest.
Christus ist der Erstgeborene von den Toten. Die anderen, darunter auch
wir, werden folgen. Der Tod, der alles im Griff zu haben scheint, der
das eine Sichere überhaupt zu sein scheint, der hat seinen Stachel
verloren. Der wird nichts mehr in seinen Klauen halten können.
Zwar ist zunächst nur das eine Grab zu dem Ort geworden, an dem
das Leben siegt; aber die anderen werden folgen. Die Toten werden nicht
auf ewig darin bleiben.
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Über den Sieg des Lebens
hinaus bedeutet die Auferstehung noch etwas sehr Wichtiges. Christus
hat nicht die Möglichkeit ergriffen, mit seinem Tod einfach seine
Menschheit abzulegen und nur noch Gott zu sein. Mit der Auferstehung
ist er auch als Mensch wieder auferstanden. Er ist Mensch geblieben
- er ist damit für immer Mensch. Der ewige göttliche Sohn
des Vaters ist nicht nur Gott, sondern auch Mensch: Damit gehört
der Mensch auf das engste zu Gott dazu. In Christus sind Gott und Mensch
auf ewig verbunden.
Christus ist auferstanden.
Der Tod ist besiegt. Gott und Mensch sind auf ewig geeint. All das steckt
in unserem Bekenntnis: Am dritten Tage auferstanden von den Toten.
Thomas Gerold
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