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Und das ewige Leben
Wir glauben an das ewige
Leben. Das scheint eine Doppelung zu sein. Im letzten Artikel wurde
die Auferstehung der Toten bekannt, jetzt das ewige Leben. Ist beides
nicht nahezu identisch? Muss da beides extra gesagt werden? Nun,
im apostolischen Glaubensbekenntnis werden beide eigens erwähnt.
Und bei genauerem Hinsehen macht dies sehr wohl Sinn. "Das
ewige Leben" sagt mehr als "die Auferstehung" allein.
Wir erfahren etwas Zusätzliches und Wichtiges, etwas das zu
Recht den krönenden Abschluss dieses Textes bildet.
Die Auferstehung der
Toten bedeutet, dass wir als ganze Menschen leben werden und dass
nicht etwa nur ein Teil von uns weiterlebt. Gott überlässt
uns nicht dem Tod, er lässt uns nicht im Stich, er holt uns
daraus heraus, er schenkt uns neues Leben! Doch wie geht es dann
weiter? Bekommen wir einfach ein zweites Menschenleben von achtzig
Jahren, oder gar tausend oder gar eine Million? Nein, die zeitlichen
Begrenzungen hören auf. Wir erhoffen ein ewiges Leben. Wir
sind ein für allemal in Gott geborgen, wir sind in ihm geborgen,
in ihm, der Leben ist. Uns ist eine Zukunft angekündigt, die
keine Ende hat, ein Leben, in dem der Tod nie wieder einen Platz
haben wird. Denn das Sterben wird dann Vergangenheit sein.
Doch wie ist ein solches
ewiges Leben vorstellbar. Muss es nicht doch einmal zu Ende gehen?
Und wenn nicht, ist es überhaupt auszuhalten. Wäre unser
Schicksal dann nicht endlose Langeweile?
Nun haben wir leider Ewigkeit noch nie erlebt. Wir kennen nur unsere
Zeit, unsere Vergänglichkeit. Den Übergang von Zukunft
in Vergangenheit. Ewigkeit könnnen wir uns allenfalls andeutungsweise
vorstellen. Gott übersteigt die Zeit. Er ist vermutlich nicht
einfach in unserer Zeit, seine Daseinsweise übersteigt unsere
Zeit. Sie ist viel mehr und nicht weniger als unsere Zeit. Seine
Ewigkeit ist die Fülle der Zeit. Unsere Vorstellungskraft ist
hier überfordert. Gottes - auch zeitliche - Fülle können
wir nur erahnen, nicht aber uns wirklich vorstellen.
Was hat das nun mit uns zu tun? Folgendes: Wir werden mit Gott in
unzertrennlicher Gemeinschaft verbunden sein. Er hat uns zur Einheit
in Liebe mit ihm bestimmt. Und da ist es ganz natürlich, dass
er uns nicht in der Vergänglichkeit belässt, sondern uns
das Tor in seine Ewigkeit eröffnet. In irgendeiner Weise werden
wir diese mit ihm teilen. Wir werden mit unserem göttlichen
Vater zusammen sein. Und dazu wird er uns in seine Ewigkeit mit
hinein nehmen, auch wenn wir uns nicht vorstellen können, wie
das aussehen wird. Aber er kann Größeres mit uns tun,
als wir es uns irgendwie vorstellen können.
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Auch wenn wir uns nicht
genau vorstellen können, wie dieser Zustand der Ewigkeit sein
wird, so muss es doch auch dort irgendetwas wie Zeit geben. Die Offenheit
für Neues muss bleiben. Denn was es weiter geben wird, ist Gemeinschaft.
Liebende Gemeinschaft mit dem liebenden Gott ist das Zentrum, das
Eigentliche, das Entscheidende. Der Mensch ist dafür geschaffen,
um mit dem dreieinen Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Geist in Gemeinschaft
zu sein. Gott hat uns ins Leben gerufen, weil er uns liebt, damit
er uns lieben kann und damit wir seine Liebe erwidern können.
Und dies wird unsere Zukunft sein, ein für alle mal und ohne
Ende. Als seine Söhne und Töchter werden wir für immer
mit ihm zusammen sein. Und damit verbunden ist das, was für uns
Menschen am zweitwichtigsten ist. Zur Liebe zu Gott gehört immer
die zu den Mitmenschen, die Gott ebenfalls aus Liebe geschaffen hat
und die er ebenfalls liebt. Wir dürfen und müssen auch unsere
Brüder und Schwestern lieben, die ebenfalls Söhne und Töchter
unseres Vaters sind, und mit denen wir als Glieder des einen Leibes
Christus untrennbar zusammen gehören. Ich kann mir nicht vorstellen,
dass dies jemals aufhören wird. Ich denke vielmehr, dass dies
unser großes Ziel ist. Es ist die ewige Gemeinschaft in Liebe
mit Gott und mit unseren Brüdern und Schwestern. Das ist unsere
Zukunft, auf die wir hoffen dürfen, wenn wir im apostolischen
Glaubensbekenntnis das ewige Leben bekennen.
Thomas
Gerold
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der Toten
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