Der
König von Narnia - The Lion, the Witch and the Wardrobe
Ein phantastisches
Meisterwerk von C. S. Lewis
1950, im Erscheinungsjahr
dieses Buches, war C. S. Lewis schon
ein bekannter Literaturwissenschaftler, christlicher Apologet und Schriftsteller.
Mit The Lion, the Witch and the Wardrobe schrieb er sein erstes
Kinderbuch. Es ist der erste Band der Chronicles of Narnia, die
ihn auch als Autor von Kindebüchern berühmt machen sollten.
Zum Inhalt
The Lion, the Witch and the
Wardrobe beginnt während des zweiten Weltkriegs. Vier Kinder werden
aus dem von Bombenangriffen bedrohten London auf das Land geschickt.
Sie werden im großen Landhaus eines alten Professors untergebracht.
Diese Situation war Lewis selbst gut bekannt. Auch in seinem Haus fanden
während des Krieges Kinder Zuflucht; denn Oxford war sicherer als
London. Zurück zur Geschichte: Zufällig gerät das jüngste
der Kinder, Lucy, durch einen Schrank (Wardrobe) in ein geheimnisvolles
Land namens Narnia. Dort begegnet sie dem Faun Tumnus, der sie in seine
Höhle einlädt. Er bewirtet sie freundlich und doch lernt sie
bei ihm auch die dunkle Seite Narnias kennen. Er gesteht ihr unter Tränen,
dass er von der bösen Weißen Hexe angeheuert wurde, um Menschenkinder
zu fangen und sie ihr auszuliefern. Tumnus hat dies noch nie getan,
weil er überhaupt noch nie einen Menschen gesehen hat, und sobald
er das erste Mal einen Menschen trifft, also Lucy, erkennt er, dass
dies falsch ist, und bringt sie sofort in die Nähe des Ortes zurück,
von dem sie gekommen ist. Aber er hat Angst, von der Weißen Hexe
gefangen und versteinert zu werden. Alle guten Wesen in Narnia fürchten
sie, die das Land beherrscht, und es einem viele Jahre währenden
Winter unterworfen hat, einem Winter ohne Weihnachten.
Wieder zurück erzählt
Lucy von ihrem Abenteuer, aber niemand von ihren Geschwistern glaubt
ihr. Die beiden ältesten, Peter und Susan, machen sich um sie Sorgen,
der nur ein Jahr ältere Edmund dagegen verspottet sie. Einige Tage
später geraten Lucy und Edmund nach Narnia. Lucy besucht Tumnus;
Edmund begegnet der Weißen Hexe, kostet von ihren verzauberten
Speisen und gerät in ihren Bann. Sie verspricht ihm, wenn er ihr
seine Geschwister bringt, ihn zum Prinzen zu machen. Wenig später
sind beide zurück in England. Lucy erzählt wieder von Narnia,
wieder glaubt ihr niemand; denn Edmund bestreitet, dort gewesen zu sein.
Das nächste Mal geraten alle vier dorthin, Edmunds Lüge wird
dabei offensichtlich. In der Höhle von Tumnus stoßen sie
auf etwas Schreckliches. Der Faun wurde von der Geheimpolizei der Hexe
verschleppt. Die Vier müssen sich auf die Suche machen. Dabei treffen
sie auf zwei sprechende Biber, die sie zu sich einladen. Bei ihnen hören
sie etwas von Aslan, dem wahren König, dem Löwen, der nach
sehr langer Zeit endlich wieder nach Narnia gekommen ist. Außerdem
erfahren sie von einer alten Prophezeiung, nach der, wenn die vier sprechenden
Throne des Schlosses Cair Paravel mit Menschen als neuen Königen
Narnias gefüllt sind, nicht nur die Herrschaft, sondern auch das
Leben der Weißen Hexe zu Ende sein wird. Noch während dieses
Gesprächs - und des damit verbundenen Essens - bricht Edmund heimlich
auf, um zur Hexe zu gehen. Die anderen bemerken dies und fliehen. Edmund
erreicht die Hexe. Der dortige Empfang genügt, damit auch ihm endlich
ihre Bosheit klar wird. Er ist ihr Gefangener. Das hat aber auch seine
gute Seite; denn er beginnt nun auch, seine eigene Bosheit einzusehen.
Seine Umkehr hat begonnen.
Die übrigen Kinder machen
sich mit den Bibern auf zu Aslan. Auf dem Weg kommt der Frühling,
der den Winter der Hexe bricht. Aslan hat schon viele der Bewohner Narnias
gesammelt. Es sind Faune, sprechende Tiere, Dryaden, Zentauren, fliegende
Pferde und viele andere mehr. Die fliegenden Pferde und die Greife befreien
schließlich Edmund aus den Klauen der Hexe, die aber kommt, um
Edmund von Aslan zurückzufordern. Sie hat ein Anrecht auf das Blut
jedes Verräters. Wird das nicht erfüllt, geht Narnia zu Grunde.
Dieses Gesetz muss also erfüllt werden. Aber Aslan kann sie zum
Verzicht bewegen. Er überträgt Peter den Befehl über
all diejenigen, die er gesammelt hat. Peter soll sie in die Schlacht
führen. Dann verlässt er in der Nacht das Lager, nur Lucy
und Susan folgen ihm. Sie können beobachten, was mit ihm geschieht.
Aslan lässt sich von der Weißen Hexe und deren Anhängern,
den Hexen, Werwölfen, etc. töten. Er hat sein Leben für
das Edmunds gegeben. Die Hexe zieht daraufhin los, um sich das Land
endgültig zu unterwerfen. Sie glaubt, vor dem endgültigen
Sieg zu stehen. Lucy und Susan dagegen weinen verzweifelt die Nacht
hindurch um Aslan. Doch im Morgengrauen geschieht etwas Unerwartetes:
Aslans Auferstehung. Er ist wieder da.
Es folgen eine heftige Schlacht,
bei der Edmund schwer verwundet wird, der Sieg, bei dem die Weiße
Hexe stirbt, und die Krönung von Peter, Susan, Edmund und Lucy
zu Königen und Königinnen von Narnia. Nach vielen Jahren der
Herrschaft geraten sie zurück nach England, wo sie in dem Augenblick
ankommen, in dem sie aufgebrochen sind. Nach der Zeit in Narnia geht
zumindest vorerst das normale Leben weiter.
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Zentrale Aspekte
Die zentrale Gestalt dieses
Buches - und überhaupt der ganzen Chronicles of Narnia -
ist Aslan. Er stirbt für Edmund, um ihn zu retten. Dabei rettet
er Narnia. Er besiegt dadurch den Tod und die Hexe. Er ist unendlich
nah, und doch ist immer zu spüren, dass er größer ist
als alle Wesen Narnias zusammen. Er steht für Christus. Dabei ist
er keine in dem Sinne allegorische Gestalt, dass er eins zu eins auf
Christus übertragen werden könnte. Er ist vielmehr eine für
Narnia passende Christusgestalt. Er ist eine Antwort auf die Frage,
wie könnte Gott in eine Welt wie Narnia kommen. Die Parallelen
sind deutlich und von Lewis auch sehr wohl so gewollt. Aslan macht diese
Bücher zu christlichen Kinderbüchern.
Neben Aslan sind zwei weitere
Gestalten von besonderem Interesse: Lucy und Edmund. Lucy ist für
Narnia offen. Sie sagt ihren Geschwistern selbst dann die Wahrheit,
als diese sie deswegen für eine Lügnerin halten. Und dabei
ist sie die jüngste. Vielleicht noch interessanter ist Edmund.
Er ist zunächst eine nicht gerade angenehme Person. Er quält
seine Schwester, lügt, und verrät zuletzt seine Geschwister
an die Weiße Hexe. Zwar durchschaut er ihre Bosheit nicht ganz,
aber er merkt zuletzt, dass er doch von Anfang an wusste, dass sie böse
ist. Erst in der Not beginnt er sein Tun zu überdenken. Gerettet
wird er allein durch die Tat Aslans, nicht durch sein eigenes Handeln.
Aber dann ändert er sich völlig. In der Schlacht wird er von
der Weißen Hexe schwer verwundet, zerstört aber gleichzeitig
ihren gefürchteten, versteinernden Zauberstab. Zuletzt bekommt
er als König den Beinamen der Gerechte. Er ändert sich vollständig.
Aslan befreit ihn von allem Bösen. Und die anderen nehmen ihn ohne
Zögern wieder auf. Auch und gerade Lucy, die besonders durch ihn
zu leiden hatte.
Einflüsse
The Lion, the Witch, and
the Wardrobe ist nicht aus dem Nichts entstanden. Zumindest zwei
Autoren haben die Chronicles of Narnia sehr geprägt. Zunächst
Edith Nesbit, mit ihren um die Jahrhundertwende (vom 19. zum 20.) erschienenen
Kinderbüchern. Sie schrieb phantastische Kinderbücher, bei
denen meistens Kinder aus der unseren in eine phantastische Welt gerieten.
Oft waren es, wie bei Narnia, Geschwister. Lewis war von diesen Büchern
fasziniert. Es handelt sich aber nicht um christliche Kinderbücher,
auch wenn eine gewisse christliche Prägung oft zu spüren ist.
Ein zweiter, mindestens ebenso großer Einfluss, waren die Kinderbücher
von George MacDonald. Dieser
schrieb phantastische Kinderbücher, die sehr stark christlich geprägt
sind. Zwei davon, The Princess and the Goblin und The Princess
and Curdie, spielen vollständig in einer anderen Welt. Bei
At the Back
of the North Wind vermischen sich die Welten, aber die Atmosphäre
ist ganz anders als bei Narnia. Letztendlich kombiniert Lewis Edith
Nesbit und George MacDonald mit vielen eigenen Ideen und daraus entsteht
etwas faszinierendes Neues, das selbst inzwischen viele weitere Bücher
beeinflusst hat.
Aktuell bis heute
Schon bald nach dem Erscheinen
wurde dieses Buch sehr populär. Es ist seitdem praktisch ununterbrochen
im Druck und gehört sicher - zusammen mit den anderen sechs Bänden
der Chronicles of Narnia - zu den großen Kinderbuchklassikern
des 20. Jahrhunderts. Es blieb nicht ohne Kritiker. Einer davon war
Tolkien, nach dem es diesem Buch an Einheitlichkeit mangelt. Aber diese
Kritik konnte der Popularität von The Lion, the Witch and the
Wardrobe letztendlich keinen Abbruch tun. Es ist ein großartiges
Kinderbuch. Es wäre wünschenswert, wenn es auch im deutschsprachigen
Raum größere Verbreitung fände. Es wird hoffentlich
noch vielen Lesern, und zwar Kindern und Erwachsenen Freude bereiten.
Und darüber hinaus wäre es schön, und sicher im Sinne
von C. S. Lewis, wenn es Menschen darauf vorbereiten würde, nach
Aslan auch den kennen zu lernen, für den dieser eigentlich steht,
nämlich Jesus Christus.
Thomas Gerold
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