C. S.
Lewis, der Glaube und die Wissenschaft
"In die christliche
Theologie lassen sich Wissenschaft, Kunst, Moral und die vorchristlichen
Religionen integrieren. Der wissenschaftliche Standpunkt kann keines
dieser Dinge integrieren, nicht einmal die Wissenschaften selbst.
Ich glaube an das Christentum, wie ich daran glaube, daß die
Sonne aufgegangen ist. Nicht nur, weil ich sie sehen kann, sondern
weil ich durch sie alles andere sehen kann."
C. S. Lewis, Ist Theologie
Dichtung?
In unserer heutigen Zeit, die dem wissenschaftlichen Fortschritt so
viel zu verdanken hat, gehört es anscheinend zu den Grundüberzeugungen,
daß sich christlicher Glaube und wissenschaftliche Erkenntnis
in einem unauflösbaren Widerspruch zueinander befinden. Die häufig
zu hörende Redewendung: "Früher konnten die Menschen
ja noch glauben, heute dagegen wissen wir" meint in einem großen
Teil aller Fälle: "Früher hat die (christliche) Religion
den Menschen gesagt, heute dagegen ist wissenschaftlich erwiesen ...".
Und es wird angenommen, die Erkenntnisse vor allem der Naturwissenschaften
hätten uns inzwischen zu einem Wissen über die Welt verholfen,
das ein Festhalten an den traditionellen Formeln des christlichen
Glaubens-bekenntnisses nur unter Ausschaltung des Verstandes und Übergehen
der Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungen möglich macht.
Sollte dies zutreffen,
so könnte heute kein Mensch mehr aufrichtig und guten Gewissens
Christ sein - zumindest nicht in dem Sinn, wie dieses Wort für
annähernd zweitausend Jahre verstanden worden ist: Er müßte
das Sicherste, was wir über unsere Welt wissen, ignorieren zu
Gunsten eines irrationalen Glaubens, der zwar persönlich sehr
erhebend sein mag, aber unmöglich der wissenschaftlich erwiesenen
Wahrheit entsprechen kann.
Oder er müßte,
wie inzwischen weithin üblich, die Überzeugung von der Wahrheit
des eigenen Glaubens aufgeben und sich damit zufriedengeben (oft im
Namen einer besonderen religiösen Toleranz), ihm lediglich im
Sinne einer rein subjektiven Ansicht weiter anzuhängen. Religiöse
Überzeugungen werden heute ja in der Tat vielfach in der Form
bloßer persönlicher Meinungsäußerungen vorgetragen.
So kann man auch dann, wenn einander ausschließende Alternativen
zur Diskussion stehen, immer wieder hören: "Für dich
mag das ja so sein, für mich ist es aber anders". Der Vorteil
solcher Äußerungen ist zweifellos, daß sie mit den
Erkenntnissen der Wissenschaften nicht mehr in Konflikt kommen können,
da sie den Bereich des Subjektiven überhaupt nicht überschreiten.
Deshalb geraten sie auch nicht in Konkurrenz zu wissenschaftlichen
Aussagen über die Welt, denn man erhebt mit ihnen gar nicht mehr
den Anspruch, sich auf etwas zu beziehen, das ihnen in der Wirklichkeit
selbst entsprechen soll (und das diese Aussagen wahr oder falsch machen
könnte). Dies scheint in einer wissenschaftlich durchschaubaren
und technisch manipulierbaren Welt nach der Ansicht vieler der einzige
Ausweg zu sein, weiter den eigenen Glauben pflegen zu können:
Er läßt sich in seinem Zustandekommen durch die modernen
Wissenschaften Physik, Biologie und Soziologie erklären, doch
dies ist dann nicht allzu tragisch, da er trotzdem als persönliche
Auffassung unser Empfinden - und damit auch unsere Religiosität
- weiter bestimmt.
Ein Hinweis auf dieses
Charakteristikum vieler Formen heutiger Religiosität ist unumgänglich,
wenn es darum geht, C. S. Lewis' Auseinandersetzung mit dem Verhältnis
von Glaube und Wissenschaft nachzuvollziehen. Versteht man unter Glaube
nichts als persönliche, subjektive Überzeugungen, die sein
können, wie sie wollen, weil sie mit der durch die Naturwissenschaften
untersuchten Wirklichkeit nichts zu tun haben, so bekommt man die
Frage, die er zu beantworten sucht, überhaupt nicht in den Blick.
Lewis bemüht sich in seinen Schriften zunächst darum, klarzustellen:
Nach der Glaubensüberzeugung der christlichen Tradition beziehen
sich die Aussagen der Theologie auf genau dieselbe Wirklichkeit wie
auch die Aussagen der Physik - allerdings mit einem wesentlichen Unterschied:
Die Naturwissenschaften erzielen ihre Erfolge dadurch, daß sie
einen bestimmten Ausschnitt der Wirklichkeit untersuchen, nämlich
das, was exakt meßbar, im wiederholten Experiment reproduzierbar
und in mathematisch-physikalischen Formeln darstellbar ist. Die Theologie
verzichtet dagegen auf den Vorteil und den Nachteil der naturwissenschaftlichen
Methode: Sie beansprucht, anders als die Physik, mit ihren Aussagen
nicht nur einen Teilaspekt einer an sich reicheren Gesamtrealität
zu erfassen, sondern ihr geht es um das Ganze der Wirklichkeit in
seinem Sinn bzw. seiner Bedeutung. Um solche Sinn- oder Deutungsfragen
stellen und beantworten zu können, darf sie sich aber nicht darauf
beschränken, Naturphänomene quantitativ zu untersuchen:
Denn die Möglichkeit einer exakten Berechenbarkeit bringt die
Notwendigkeit mit sich, bei den untersuchten Phänomenen von allem
Einmaligen und Qualitativen abzusehen - und damit auch von der gesamten
Fülle der Wirklichkeit, wie wir sie tatsächlich täglich
erfahren.
Wenn man über eine
solche, den Bereich des mit den Sinnen Wahrnehmbaren überschreitende
Wirklichkeit nur noch in Bildern und Symbolen sprechen kann, so bedeutet
dies trotzdem nicht, daß sich die Aussagen des Glaubens in den
Bereich einer rein subjektiven Deutung der Wirklichkeit zurückziehen
würden. Lewis betont, daß auch die Wissenschaften nicht
vermeiden können, bei der Aufstellung ihrer Theorien und Hypothesen
eine bildliche Sprache zu verwenden: Diese Sprache soll zwar dazu
dienen, die Wirklichkeit möglichst exakt zu beschreiben, sie
darf aber ebenso wenig wörtlich für wahr genommen werden
wie viele Aussagen der Theologie. Man denke zum Beispiel an den Welle-Teilchen-Dualismus
in der Quantenphysik: Hier ist die Wissenschaft gezwungen, mit Ausdrücken
zu arbeiten, die dem bildlichen Vorstellungsvermögen des Menschen
entnommen sind, ohne jedoch in der Lage zu sein, alle physikalisch
meßbaren Phänomene in einem Bild zu erfassen: Ein Teil
der Phänomene läßt sich nur mit dem Wellenbild beschreiben,
ein anderer dagegen nur, wenn man auf das Teilchenbild zurückgreift.
Sicher muß man annehmen, daß die Welt in sich einheitlich
ist, aber es fehlen auch der Physik die Möglichkeiten, diese
letzte Realität in den Kategorien unserer normalen Alltagserfahrung
darzustellen.
Auch die Wirklichkeit,
auf die sich die Aussagen des Glaubens beziehen, bringt es mit sich,
daß sie sich nicht in rein mathematischen Formeln oder abstrakten
Symbolen erfassen läßt, sondern nur mit der Hilfe von Bildern
und Metaphern beschrieben werden kann: Gott "hält uns in
seiner Hand" oder er "geht uns nach wie der gute Hirte einem
verlorenen Schaf". Dennoch beanspruchen die Glaubensaussagen,
nicht weniger als die Aussagen der Naturwissenschaften, Tatsachen
über diese Welt zum Ausdruck zu bringen. Dies läßt
sich an einem Bereich verdeutlichen, wo die Aussagen der Religion
nach der Ansicht vieler den Erkenntnissen der Wissenschaften direkt
widersprechen. Wenn manche Naturwissenschaftler heute behaupten, der
Mensch sei durch sein soziales Umfeld, die neuronalen Vorgänge
im Gehirn und den genetischen Code seiner DNS in seinem Verhalten
vollständig determiniert, so gerät diese Aussage in direkten
Widerspruch zu einer Grundüberzeugung des Christentums. Denn
diese Überzeugung besagt, der Mensch sei von seinem Schöpfer
mit einem freien Willen ausgestattet und dazu berufen, von der Freiheit
seines Willen dadurch Gebrauch zu machen, daß er nach dem Gebot
des "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" lebt. Hier
beziehen sich beide Aussagen auf dieselbe Wirklichkeit, nämlich
die real existierenden Menschen, und mit ihnen ist exakt derselbe
Anspruch auf Wahrheit verbunden. Wenn die eine Seite recht hat, so
muß die andere Seite unrecht haben - und umgekehrt: Entweder
ist der Mensch (trotz aller faktischen Einschränkungen) letztlich
frei und verantwortlich für sein Handeln (dann kann es sein,
daß es das göttliche Liebesgebot wirklich gibt) oder er
ist es nicht (wie heutige Neurowissenschaftler meinen, mit ihren Untersuchungen
nachweisen zu können).
Damit die christliche Überzeugung
vom Menschen als "zur Freiheit berufen" wahr sein kann,
müßte sich deshalb der Anspruch derjenigen Wissenschaftler,
die meinen, in dieser Frage eine endgültige wissenschaftliche
Antwort (gegen den christlichen Glauben) geben zu können, mit
guten Gründen bestreiten lassen. Ist dies aber nicht eine unzulässige
Einmischung von Seiten der Theologie in den Bereich der Naturwissenschaften?
Sollte dies der Fall sein, so wäre jede weitere Diskussion überflüssig.
Doch Lewis weist darauf hin, daß es keine naturwissenschaftliche
Frage ist, welche Reichweite die Untersuchungen der Naturwissenschaften
haben und welchen Stellenwert ihr Erkenntnisse im Rahmen dessen besitzen,
was wir überhaupt über die Welt wissen können. Dies
ist eine philosophische Frage, denn die Methoden der naturwissenschaftlichen
Forschung sind nicht selbst Gegenstand ihrer eigenen Untersuchungen:
sie sind nicht meßbar oder mathematisch formulierbar oder im
wiederholten Experiment auf ihre Tauglichkeit überprüfbar.
Das Gespräch zwischen
den Wissenschaften und dem christlichen Glauben muß deshalb
philosophisch geführt werden, und in diesem Bereich hat keine
der beiden Seiten von vorneherein mehr Anspruch auf Wahrheit als die
andere. Nur durch die Beantwortung dieser philosophischen Fragen läßt
sich entscheiden, ob überhaupt ein Widerspruch zwischen den Erkenntnissen
der Wissenschaften und dem christlichen Glauben besteht. Und erst
dann läßt sich klären, in wieweit zum Beispiel die
Behauptung, es gebe keine Freiheit und Verantwortlichkeit des Menschen,
wirklich eine wissenschaftlich erwiesene und deshalb unbestreitbare
Tatsache darstellt, oder es sich bei ihr nicht um eine - möglicherweise
unbemerkte - Überschreitung der Reichweite wissenschaftlicher
Erkenntnisse handelt.
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An dieser Stelle setzt C.
S. Lewis mit seinen Schriften an: Nachdem er als Jugendlicher selbst
davon überzeugt gewesen war, daß uns die Naturwissenschaften
die letzte Wahrheit über die Wirklichkeit enthüllen, waren
es für ihn philosophische Schwierigkeiten mit dieser Auffassung
gewesen, die ihn zunächst seinen Atheismus und dann später
seine im Studium angeeignete idealistische Philosophie hatten aufgeben
lassen. Und erst am Ende eines mehr als 10 Jahre dauernden Weges der
philosophischen Wahrheitssuche gelangte er zur Anerkennung des Christentums.
Mit ihr war für ihn aber die Überzeugung verbunden, daß
zwischen Naturwissenschaft und christlichem Glauben kein Widerspruch
besteht: In die christliche Wirklichkeitssicht lassen sich auch die
Erkenntnisse der Naturwissenschaften integrieren, während den Naturwissenschaften
umgekehrt keine umfassende Erklärung unserer gesamten Wirklichkeit
(inklusive unserer moralischen, ästhetischen und religiösen
Erfahrungen) gelingt: Letztlich können die Wissenschaften mit den
eigenen Mitteln sogar nicht einmal begründen, weshalb die Ergebnisse
ihrer Untersuchungen denn wahre Aussagen über die Welt liefern
sollen.
Nachdem Lewis diese Überzeugung
einmal gewonnen hatte, bemühte er sich, andere mit seinen Essays,
Vorträgen und Zeitschriftenaufsätzen denselben Weg zu führen,
den er bei seiner eigenen, lange Jahre währenden Annäherung
an das Christentum zurückgelegt hatte. Wie ernst er dabei die Voraussetzungslosigkeit
des Denkens und die Offenheit für jedes Argument in der Diskussion
nahm, läßt sich an seinem Engagement im Oxford University
Socratic Club ablesen. Dieser Club bot der Diskussion zwischen Christen
und Nichtchristen ein wöchentlich stattfindendes öffentliches
Forum: Abwechselnd wurden ein Christ und ein Nichtchrist eingeladen
(nach Möglichkeit ein Experte in seinem eigenen Gebiet der Wissenschaft),
ein Referat zur Darstellung der eigenen Position zu halten, woraufhin
ein weiterer, ebenfalls vorher festgelegter Sprecher mit einer Erwiderung
antwortete. Im Anschluß daran folgte jeweils eine offene Diskussion,
für die die platonische Maxime gelten sollte: "Folge dem Argument,
wohin es auch führen mag". Lewis fungierte von der Gründung
im Jahr 1941 an bis zu seinem Wechsel nach Cambridge 1954 als Präsident
des Socratic Club (er war auch die zentrale Figur in der Diskussion)
und gehörte in dieser Zeit selbst ebenfalls regelmäßig
zu den Referenten.
Eine ausführliche Darstellung seiner vor diesem Forum vorgetragenen
Argumente ist an dieser Stelle natürlich nicht möglich, stattdessen
sollen deshalb ein paar Hinweise auf die Schriften von C. S. Lewis gegeben
werden, in denen er sich mit Fragen zum Verhältnis von Glaube und
Wissenschaft befaßt.
1) An erster Stelle ist Wunder
zu nennen, ein Buch, das weit mehr bietet als nur eine Auseinandersetzung
mit der Frage, ob es heute noch möglich ist, an Wunder zu glauben.
Es geht in ihm um nicht weniger als um den Kern des christlichen Glaubens,
nämlich das Geschehen der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus:
Wenn dieses zentrale Wunder nicht geschehen ist, dann ist der gesamte
christliche Glaube hinfällig. Lewis versucht dabei keinen historischen
Nachweis der biblisch bezeugten Geschehnisse, von der Geburt Jesu bis
zur Auferstehung, sondern setzt sich philosophisch mit dem durch die
Naturwissenschaften geprägten Weltbild auseinander: Er richtet
sich an diejenigen Menschen, welche meinen, das von Christen als tatsächlich
geschehen Angenommene könne unmöglich passiert sein, weil
es unvereinbar sei mit den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Und er zeigt auf, daß Wunder keinesfalls willkürliche Durchbrechungen
der Naturgesetze sind (sie müssen tatsächlich kein einziges
Naturgesetz außer Kraft setzen), sondern sich gerade als Offenbarungen
einer tieferen Einheit der Wirklichkeit verstehen lassen, als es die
Einheit des durch die Gesetze der Physik geregelten Naturgeschehens
darstellt. Deshalb widerspricht der christliche Glaube an die Menschwerdung
Gottes auch keineswegs den Erkenntnissen der Naturwissenschaften, ganz
im Gegenteil: Erst aus dieser Perspektive kann, so betont Lewis, die
gesamte Wirklichkeit - inklusive der Naturwissenschaften - in einen
harmonischen Verstehenszusammenhang gebracht werden.
2) Einer der zentralen Bestandteile
unseres heutigen Weltbildes ist der Glaube an eine universale Höherentwicklung,
in deren Verlauf alles (vom Urknall bis heute) evolutionär auseinander
hervorgegangen ist - bis hin zum menschlichen Verstand, den Wertvorstellungen,
den Mythen und Religionen der Menschen. Mit dieser Überzeugung
setzt sich Lewis in seinem Essay Das Begräbnis eines großen
Mythos kritisch auseinander: Er trennt dort strikt zwischen der
Evolution als einer wissenschaftlichen Hypothese der Biologie und dem
evolutionistischen Glauben an eine universale Höherentwicklung
des gesamten Kosmos, dem er mühelos alle Kennzeichen eines jeder
wissenschaftlichen Grundlage entbehrenden Mythos nachweisen kann.
3) In der Auseinandersetzung
mit der Überzeugung, die zum Teil bereits vor fast zweitausend
Jahren formulierten christlichen Dogmen könnten wohl kaum noch
vor dem heutigen Wissen Bestand haben, erläutert Lewis in dem Aufsatz
Christliches Dogma und naturwissenschaftliches Weltbild den Sinn
und die Funktion dieser Dogmen. Er zeigt auf, daß sie durch den
Zuwachs an naturwissenschaftlichem Wissen keinesfalls obsolet geworden
sind: Sie stellen im Gegenteil die Voraussetzung dafür dar, daß
sich der christliche Glaube mit dem Erwerb von neuem Wissen nicht einfach
als überholt erwiesen hat, sondern daß er im Horizont der
durch die Wissenschaften neu erworbenen Kenntnisse jeweils neu formuliert
werden kann - im Kern derselbe, aber bereichert durch das jeweilige
neue Wissen über die Welt.
4) In Über das Festhalten
am Glauben setzt sich Lewis mit der Frage auseinander, ob das Festhalten
der Christen an ihrem Glauben angesichts so vieler Schwierigkeiten und
gegenteiliger Erfahrungen nicht dem wissenschaftlichen Prinzip widerspricht,
nur das als wahr akzeptieren zu dürfen, was die stärksten
Beweisgründe für sich hat. Hierzu bemüht er sich zunächst
(wie in vielen anderen seiner Essays auch), um eine Differenzierung
der Problemlage, bevor er entfaltet, in wieweit sich die Situation des
Glaubenden dadurch grundlegend verändert, daß dieser mit
der Anerkennung des Christentums in eine personale Beziehung zu Gott
eingetreten ist: Ist in einem rein wissenschaftlichen Experiment eine
kritische Skepsis gegenüber den Ergebnissen der eigenen Forschungen
durchaus angebracht, steht beim Festhalten am Glauben die Treue zu einem
bereits als zuverlässig erfahrenen Partner auf dem Spiel. Das Bekenntnis
der Christen zur Treue Gottes, das in vielen Erfahrungen glaubender
Menschen mit ihrem Gott ihren Grund hat, fordert auch angesichts scheinbar
erdrückender Gegenbeweise dazu auf, weiter auf ihn setzen: "Ich
weiß: es sieht so aus, als hätte er mich vergessen oder als
gäbe es ihn gar nicht, aber ich kenne ihn besser!"
5) Weitere wichtige Bücher
von Lewis, die eine Auseinandersetzung mit dem durch die Naturwissenschaften
geprägten Weltbild beinhalten, sind zum Beispiel Die Abschaffung
des Menschen, welches aufzeigt, wie das meist (fälschlich)
im Namen der Wissenschaft vorgetragene Programm der Naturbeherrschung
in eiserner Konsequenz zur Herrschaft von Menschen über Menschen,
und somit zur Abschaffung alles Menschlichen führt. In Über
den Schmerz setzt Lewis sich mit dem menschlichen Leid (und dem
Leiden der Tiere) auseinander und geht dabei der Frage nach, ob dies
nicht dem Glauben an die Güte und Allmacht Gottes widerspricht.
Pardon, ich bin Christ schließlich stellt eine Heranführung
an die Grundüberzeugungen des Christentums dar, die bewußt
in einer so einfachen Sprache gehalten ist, daß sie von jedem
Interessierten - egal welchen Bildungsstandes - verstanden werden kann.
Norbert Feinendegen
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Norbert Feinendegen promoviert
in Bonn über die Theologie von C. S. Lewis. Er ist Autor des
Aufsatzes C. S. Lewis als Literat, Essayist und Theologe,
der im Inklings-Jahrbuch 19 (2001) erschienen ist. Im Jahrbuch 21
(2003) wird ein Aufsatz zur Auseinandersetzung von Lewis mit der
Naturwissenschaft erscheinen.
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