Gedanken
zum Karfreitag
Christus ist am Kreuz gestorben.
Der Sohn Gottes ist gestorben wie ein Verbrecher. Auf die grausamste
Art hingerichtet. Dieses außergewöhnliche Ereignis begehen
wir wie jedes Jahr am Karfreitag. Jedes Jahr gedenken wir dieser Hinrichtung
vor fast 2000 Jahren. Täglich werden wir daran erinnert, wenn wir
auf ein Kreuz stoßen. Alltäglichkeit und Ungeheuerlichkeit
liegen direkt nebeneinander.
Der Tod von Menschen ist
nun nichts Außergewöhnliches. Täglich sterben Menschen.
Jeder Mensch wird sterben. Eine Besonderheit des Todes Jesu ist, dass
er unschuldiger gestorben ist. Er war ganz ohne Sünde. Das Sterben
des Unschuldigen ist noch nichts außergewöhnliches. Immer
sind die Unschuldigen die ersten Opfer. In jeder Auseinandersetzung
trifft es sie. Bei jedem Krieg werden sie verstümmelt und getötet.
Aber gerade deshalb wird der Tod Jesu besonders bedeutsam. Er teilt
ihr Schicksal. Sein Tod hat Ähnlichkeit mit dem Tod der vielen
unschuldigen Opfer. Der Erlöser, der Sohn Gottes teilt ihr Schicksal.
Er macht ihr Leiden, seinem Leiden ähnlich.
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Noch etwas am Tod Jesu ist
ungewöhnlich Gewöhnlich sterben in unserer Welt die Schwachen
eines gewaltsamen Todes. Die Starken dagegen setzen sich durch. Jesus
hat sich anders entschieden. Er, der Sohn Gottes, ließ sich kreuzigen.
Er rief nicht eine Armee von Engeln herbei, die für ihn hätte
kämpfen können. Er ließ seine Mörder gewähren.
Sein Tod zeigt bis heute, wozu Menschen fähig sind. Sein Tod zeigt,
wozu wir letztendlich fähig sind. Wir Menschen sind dazu fähig
den Sohn Gottes, der kommt, um uns zu retten zu kreuzigen. Dennoch rettet
er uns. Und er rettet uns gerade in seinem Tod.
Nun liegt sein Tod fast 2000
Jahre zurück. Sein Kreuz ist getragen, sein Tod ist gestorben.
Doch es bleibt mehr als die Erinnerung, es bleibt mehr als die die Welt
und die Geschichte verändernden Tat. Es bleibt auch etwas zu tun.
Wir müssen unser Kreuz tragen. Wir müssen mit Christus gekreuzigt
werden. Wir müssen mit ihm in unseren schlimmsten Stunden nach
dem Gott schreien, der uns verlassen zu haben scheint. Wir müssen
mit ihm sterben. Doch kündigt sich im Sterben schon die Auferstehung
mit Christus an.
Thomas Gerold
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