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Gedanken
zum Weihnachtsfest
Wir feiern Weihnachten. Wir
feiern die Geburt unseres Retters und Erlösers Jesus Christus.
Wir feiern etwas Unerhörtes: das ewige Wort Gottes, der ewige Sohn
des Vaters ist Mensch geworden. Seine Ankunft in unserer Welt unterscheidet
sich nicht von der unseren. Zumindest dann, wenn man von seiner Empfängnis
absieht, und um die geht es hier nicht. Aber genauso wie wir, wird er
als kleines Kind geboren. Er ist kein griechischer Gott, der aus Spaß
ab und zu Menschengestalt annimmt, sondern er teilt mit uns die Mühsal
des Menschseins. Er verwischt die Grenzen. Das Menschliche und das Göttliche
lassen sich nicht mehr so einfach trennen. Es gibt einen, der wahrer
Gott und wahrer Mensch ist. Ein Mensch ist auf ewig in der Gottheit.
Der Mensch ist auf ewig in die Gottheit mit hinein genommen.
Mit der Geburt Christi, die
wir an Weihnachten feiern, hat sich die Welt völlig gewandelt.
Gott hat so endgültig, wie nur möglich zum Menschen ja gesagt.
Es gibt einen Platz für den Menschen in Gott. Das alles ist nicht
ohne Leben, Tod und Auferstehung Jesu denkbar. Aber die bauen alle auf
seine Geburt auf. Weihnachten feiert den sichtbaren Beginn der großen
Wendezeit der Welt. Nie kann es etwas geben, das die Welt so prägt,
wie das Leben Jesu Christi. Selbst ihr Ende wird nur die Nachwirkung
dieses großen Ereignisses sein. Die Rettung der Welt hat damit
schon begonnen.
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Dieses Ereignis dürfen
wir feiern. In gewisser Weise müssen wir es sogar feiern; denn
es ist es wert, gefeiert zu werden. Wir müssen nur im Auge behalten,
was wir feiern. Es geht nicht zuerst um den Christbaum. So schön
er auch in unserem Wohnzimmer wirken mag. Wirkt er nicht viel mehr,
wenn wir ihn als kleines Abbild des Lichts sehen, das in die Welt gekommen
ist? Als kleines Zeichen Christi verweist der vergängliche Baum
mit den Kerzen, die sich selbst verzehren, auf das unvergängliche
Licht, das uns ewig leuchtet. Der Baum und das, was wir feiern sind
dann verbunden. Unser Brauch verweist auf das Ewige. Ebenso steht es
mit den Geschenken. Sie sind nicht der Mittelpunkt des Festes. Und doch
steht ein Geschenk im Mittelpunkt. Gott selbst schenkt sich uns Menschen.
Er macht uns das größte Geschenk, das Gott uns machen kann.
Sich selbst. Unsere Geschenke sind nur ein kleines Zeichen dafür.
Und doch können sie uns daran erinnern. An das Geschenk Gottes
und an unsere Aufgabe, uns selbst zu verschenken.
Wir sollten Weihnachten nicht
einfach verstreichen lassen. Wir können uns an das Kommen des Retters,
das so viel bescheidener und doch so viel herrlicher war als die Leute
dachten, erinnern. Wir können uns von den vielen mit Weihnachten
verbundenen Zeichen daran erinnern lassen. Und wir können diese
Gelegenheit nützen, die Ankunft unseres einen Erlösers und
Retters in unserem Leben und in der Welt sichtbarer werden zu lassen.
Dann kann es wahrhaft weihnachtlich werden. Nicht nur einmal im Jahr,
sondern durchgehend; denn Gott ist wirklich zu uns gekommen.
Thomas Gerold
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