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Herbstvollversammlung
der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda
Interreligiöser
Dialog - Umgang mit sexuellem Mißbrauch durch Priester - Meisners
Predigt
Fulda (tg) - Vom 23.
- 26. September traf sich in Fulda die Deutsche Bischofskonferenz zu
ihrer Herbstvollversammlung. Zahlreiche Themen wurden dabei behandelt.
Einige ragen besonders hervor.
Leitlinien
zum Umgang mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen durch Priester
Für den Umgang mit Priestern, die sich des sexuellen Missbrauchs
schuldig gemacht haben, wurden Richtlinien für das Bundesgebiet
erlassen. In allen Bistümern seien Beauftragte für diese Thematik
zu benennen, so die Bischofskonferenz. Zu ihrer Unterstützung kann
innerhalb der Diözesen ein Arbeitskreis bestehend aus Theologen,
Psychologen und Juristen eingerichtet werden. Für die Opfer bzw.
für alle davon Betroffenen soll auf diese Weise eine Anlaufstelle
geboten werden. Die Kosten einer Therapie werden den Opfern erstattet.
Überführte Täter seien aus allen Bereichen zu entfernen,
bei denen sie mit Kindern und Jugendlichen Umgang in Kontakt kommen
könnten. Dies dürfte faktisch die Entfernung tätlich
gewordener Priester aus der pastoralen Praxis bedeuten. In Einzelfällen
sollen die Täter auch aus dem Klerikerstand entlassen werden. Die
Entscheidung darüber falle aber dem Heiligen Stuhl zu. Außerdem
wird den Tätern zu einer Selbstanzeige geraten. Dazu kommt die
Verpflichtung zu einer Therapie. Ausdrücklich jedem Verdachtsfall
müsse nachgegangen werden. Die Erstellung der Richtlinien zum jetzigen
Zeitpunkt bedeute übrigens nicht, dass die Kirche bisher nicht
auf diese Problematik reagiert hätte. Nur seien die Entscheidungen
bisher auf der Ebene der Bistümer gefallen. Demnach konnten sie
auch stark voneinander abweichen.
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Interreligiöser
Dialog
Wenig Schlagzeilen machte das Thema "Interreligiöser Dialog".
Kardinal Lehmann, selbst ein international renommierter Theologe, hielt
ein Impulsreferat. Darin steht er klar zum Interreligiösen Dialog,
warnt aber zugleich von Auswüchsen, wie der Pluralistischen Religionstheologie.
Beim Dialog ist "die einzigartige und universale Heilsrolle Jesu
Christi in den Blick zu nehmen". Lehmann fordert also Interreligiösen
Dialog ohne Aufgabe des spezifisch Christlichen. Diese Position ist der
Kirche nicht neu. Sie hat in der Zeit seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil
auch schon große Früchte getragen. Als praktische Umsetzung
hat die Bischofskonferenz Leitlinien zu multireligiösen Feiern von
Juden, Christen und Muslimen erarbeitet.
Heftige Reaktionen
auf die Predigt Kardinal Meisners
Die inhaltliche Arbeit der Bischofskonferenz wurde durch eine Predigt
des Kölner Erzbischofs Kardinal Meisner überschattet. Er beklagte
das "Verdunsten" des Glaubenswissens, einen "selbstgezimmerten
ideologischen Glauben" und die vielen Strukturen und Verbände
in der Kirche, denen angeblich selbst die Bischöfe machtlos gegenüberständen.
Als Beispiele für diese Missstände führte er nur Laien
an. Vertreter kirchlicher Laienverbände reagierten mit Entsetzen.
Bischöfe, wie der Vorsitzende der Konferenz, Kardinal Lehmann, distanzierten
sich zumindest indirekt von Meisner.
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