Umstrittene Bischofsweihe
in Amerika
Am
02.11.2003 sorgte eine Bischofsweihe der amerikanischen Episkopalkirche,
dem amerikanischen Zweig der Anglikaner, für internationales Aufsehen.
Gegen den Willen der überwiegenden Mehrheit der Anglikaner weltweit
wurde der praktizierende homosexuelle Priester Gene Robinson zum Bischof
geweiht.
Diese Bischofsweihe wird
von mindestens zwei Seiten heftig kritisiert. Zunächst lehnt eine
starke Minderheit innerhalb der anglikanischen Kirche Amerikas die Weihe
klar ab. Während der Weihezeremonie erklärte der Weihbischof
von Albany, David Bena, dass er gemeinsam mit 36 weiteren amerikanischen
bzw. kanadischen Bischöfen Robinson nicht als Bischof anerkennen
kann. Deshalb steht der amerikanischen Kirche eine Zerreißprobe
bevor. Die Situation weltweit ist noch gravierender. Die überwiegende
Mehrheit der anglikanischen Kirchen der dritten Welt - z. B. die anglikanische
Kirche von Nigeria, die mit 15 Millionen Mitgliedern weltweit zweitgrößte
anglikanische Kirche - lehnt diese Weihe ebenfalls ab. Robinson wird
auch von ihnen nicht als Bischof anerkannt. Die Gemeinschaft mit der
amerikanischen Kirche gilt zumindest als erschüttert. Einige Kirchen
haben erklärt, dass sie weder mit Robinson noch mit den Bischöfen,
die an der Weihe teilgenommen haben, in Gemeinschaft stehen. Ob die
Anglikanische Kirche in und außerhalb Amerikas wieder zusammenfinden
wird bleibt abzuwarten.