Englische
Kirchen in Zeiten des Krieges
Trotz aller Mahnungen von
Seiten fast aller christlicher Kirchen ist der Krieg am Golf entbrannt.
Auch die englischen Kirchen haben sich deutlich gegen den Krieg ausgesprochen.
Der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams ist einer der deutlichsten
Kriegsgegner in der britischen Öffentlichkeit.
Wie gehen nun die christlichen
Kirchen in Großbritannien damit um, dass nicht nur der Krieg ausgebrochen
ist, sondern dass gerade britische Soldaten an vorderster Front kämpfen.
Viele dieser Soldaten sind Christen und müssen genauso wie ihre
Angehörigen von christlichen Seelsorgern weiter betreut werden.
Sie fordern Solidarität. Dennoch sind die Kirchen nicht auf den
Kriegskurs eingeschwenkt. Wie gehen sie mit dieser Problematik um? Wie
reagieren sie auf die Auswirkungen des Kriegs auf das Verhältnis
zwischen Christen und Moslems?
Zunächst sind sich die
englischen großen Kirchen mit den wichtigsten Vertretern des Islam
einig, dass der Krieg kein Religionskrieg ist. Darauf wiesen der anglikanische
Erzbischof von Canterbury, der römisch-katholische Erzbischof von
Westminster, der Moderator der Freikirchen, der Oberrabbiner und der
muslimische Vertreter Scheik Dr. Zaki Badawi in einer gemeinsamen Erklärung
hin. Sie erklärten mit ihren Gedanken und Gebeten bei den Soldaten
zu sein und forderten beide Seiten dazu auf, auch im Krieg den Respekt
für jeden Menschen zu bewahren und die Genfer Konvention zu achten.
Darüber hinaus bedauerten sie, dass diplomatische Wege zum Frieden
blockiert sind. Das ist viel, wenn man bedenkt, dass es der kleinste
gemeinsame Nenner ist, auf den sich eine so unterschiedliche Gruppe
einigen kann. Christen und Moslems ließen der so mit Worten bekundeten
Gemeinschaft auch Taten folgen. In der Kathedrale von Ripon beteten
Christen und Moslems für den Frieden. Ein Gebet von Moslems in
einer christlichen Kathedrale ist ein historisches Ereignis.